pappa molle
Spanier sind die mit Abstand schlechtesten Küsser überhaupt. Muss mal gesagt werden.
Habe also an Silvester gearbeitet wie ein Esel. Das Hantelstemmen hatte ich mir zu Recht gespart, denn die Teller wogen nicht wenig (und wurden mit fortschreitendem Abend immer schwerer). Um 2 Uhr 30, nach siebeneinhalb Stunden Powerkellnern, nachdem ich den Beginn des neuen Jahres an der Spülmaschine verbracht hatte, trat ich also an, um meinen hart verdienten Lohn in Empfang zu nehmen. Da lag aber nur ein schlapper Hunni aufm Tresen.
*schluck*
Chefin: "Stimmt was nicht?"
Ich: "Ist das alles?"
Chefin: "Na, vierzehn Euro die Stunden mal sieben..."
*kreisch!*
Ich: "VIERZEHN???"
Chefin: "Na klar, was meintest du denn?"
Ich: "Ich hatte vierzig verstanden."
Chefin: "Was? Hm, das wären ja... oh, äh, nein, das geht ja gar nicht."
Ich: "Auf vierzehn wäre ich ehrlich gesagt gar nicht gekommen."
*Chefin schaut mich entgeistert an*
Ich: "Na ja, dumm gelaufen. Mein Fehler."
Schließlich legte sie doch noch einen Fuffi drauf. Na toll. Nicht mal genug, um meine Schulden bei Mutti zu bezahlen. Und dafür hab' ich mir in der Neujahrsnacht den Arsch aufgerissen. Siehst du Gulo, so hat ist schöne Brauch der Italiener an Neujahr doch noch zum Zuge gekommen.
Es kann ja nur besser werden.
Tja, meine Lieben, wie's aussieht, muss sich Pringle jetzt wieder auf die wichtigen Dinge im Leben konzentrieren, will heißen: finanzielle welche. Weshalb ich auch an Silvester wahrscheinlich arbeiten muss und heute 100 km zurückgelegt habe, um an etwas Geld zu kommen. Den Abend hat meine Geldtasche dafür unbeschadet überstanden, gleich wie mein liebeskrankes Herz. War auf der Suche nach H und alles, was ich fand, war der Meister. Deutlich netter als neulich, aber ich habe nun mal den Vorsatz gefasst, nicht mehr auf seinen Holzklotz-Charme hereinzufallen. Und morgen wird die kalte Schulter, die ich ihm gezeigt habe, weitertätowiert. Was red' ich da, heute. Puh. Ab ins Bettchen.
Verliebte Männer sind auf eine rührende Art und Weise unbeholfen. Sie schwanken zwischen dem Versuch, das Image des einsamen Wolfs aufrechtzuerhalten und unfreiwilligen Zuneigungsbeweisen, die niemals geplant sind und meistens sofort bereut werden. Verliebte Männer werden von ihren Freunden lächerlich gemacht, aufgezogen und beneidet. Verliebte Männer sind noch schweigsamer als sonst, achten mehr auf ihr Äußeres und versuchen, so wenig wie möglich an sie zu denken. Verliebte Männer sehen genau hin und suchen auch nach Fehlern.
Verliebte Frauen sind unberechenbar, geistesabwesend, unsicher und niemals hungrig. Sie schlafen schlecht, planen jedes Date zum Kaffeetrinken bis ins kleinste Detail, reden zu viel und vor allem nur von ihm. Verliebte Frauen sind anhänglich, gefährlich und berechnend. Verliebte Frauen legen Wörter auf Goldwaagen, machen Elefanten aus Mücken und träumen von der Hochzeitsnacht. Wenn sie mit der Realität nicht ganz zufrieden sein sollten, stricken sie sich ein Bild, dem gefälligst zu entsprechen ist.
Und ganz besonders bescheuerte verliebte Frauen erzählen ihrem Lover, dass ihre Freundin meint, er sei ein Weiberheld und sie solle besser die Finger von ihm lassen, wenn sie sich nicht verbrennen will.
Hatte heute eine unerfreuliche Begegnung mit der Narzisse.
Das heisskalte Wechselbad der Gefühle wird langsam zu einer lauwarmen Suppe.
Die lieben Kleinen waren heute richtig nett. Die Größeren immer noch beleidigt. Keine Überraschungen. Auch dass Schüler G der Einzige sein würde, der sich anständig verabschiedet, wusste ich bereits. Danach zwei Flaschen Prosecco mit den nunmehr Ex-Kollegen geleert, noch auf einen Absacker mit Ex-Kollege DJ gegangen, den Hund rausgebracht und jetzt... endlich.
Frei.
Wenn auch nur 4 Tage (und mit Korrekturarbeiten von ungeheurem Ausmaß im Nacken).
Habe meine Ernährung von zwei Milchschnitten pro Tag wieder auf Pasta umgestellt und hoffe, heute nach zwei Nächten im Wachkoma endlich wieder schlafen zu können (habe mir glaub' ich was eingefangen). Sicherheitshalber gebe ich mir vorher noch die Kante im Partygetümmel von Pringletown.
Kann sich noch jemand an die Szene in "Die Hochzeit meines besten Freundes" erinnern, in der Cameron Diaz zum Karaokesingen gezwungen wird? Miss Pringle hat sich gestern mit "Bohemian Rhapsody" zum Hugo gemacht.
Nach diesem Wochenende hat sich Miss Pringle etwas Ruhe verdient.
Is' nich drin. Im Moment. Pringle bis auf weiteres krankgeschrieben und mit Bronchitis in ihre vier Wände verbannt. Geholt hat sie sich die an einem strahlenden Oktobersonntag beim Feiern auf der Terrasse von Mister I, hoch über den Dächern von Pringletown. So sah das aus:

Mit diesem Wochenende tritt ein umstrittener Gesetzesentwurf zur Sicherheit auf den Straßen in Kraft, nämlich dieser:
Ddl Camera 3044 - Conversione in legge del decreto-legge 3 agosto 2007, n. 117, recante disposizioni urgenti modificative del codice della strada per incrementare i livelli di sicurezza nella circolazione
Art. 6
[...]Tutti i titolari e i gestori di locali ove si svolgono, con qualsiasi modalità e in qualsiasi orario, spettacoli o altre forme di intrattenimento, congiuntamente all’attività di vendita e di somministrazione di bevande alcoliche,devono interrompere la somministrazione di bevande alcoliche dopo le ore 2.00 della notte ed assicurarsi che all'uscita del locale sia possibile effettuare, in maniera volontaria da parte dei clienti, un alcool-test[...]
Kurz übersetzt: ab 2 Uhr gibt's nix mehr zu saufen, was für Pubs und Bars nicht so schlimm ist, die Diskotheken und Clubs werden sich allerdings schön bedanken. Wahrscheinlich wird sich jetzt eine botellones-Kultur wie früher in Spanien einnisten. Auch nicht schlecht. Oder wir bleiben alle gleich zu Hause und kiffen uns die Birne zu.
Ach ja, zum langweiligen Abend. Miss Pringle hat statt Ziggy Stardust den klassischen, damenhaften Look gewählt, um den Marktwert bei den sogenannten "gestandenen Männern" zu testen. Hatte freie Bahn, Mister L und der Meister sind beide außer Lande (die können wenigstens bis in die Puppen saufen feiern). Fehlanzeige. Hannes (18) zeigte sich zwar sehr interessiert, fiel aber nicht in die obige Zielgruppe. Angenehmer Nebeneffekt: wer sich kleidet wie eine Dame, wird auch so behandelt. Sogar von den Bauern hier bei uns.